Vita
 
1979 geboren in Meiningen

2007
Auslandssemester, Bachelor of Art RMIT University, Melbourne, Australien
2003 – 2009
Fotodesignstudium Fachhochschule Dortmund bei Prof. Susanne Brügger und Prof. Cindy Gates

Awards

2008
C/O Talents 2008, Winner
2007
Passion of Fashion, London Photographic Association, Highly Recommend

Ausstellungen
 
Einzelausstellungen

2010
Galerie Voss, Düsseldorf
"Thirty-Two Kilos", Goethe Institut, Helsinki (FI)

2009
"Talents 10 / Zweiunddreißig Kilo", Goethe Institut, Washington, USA

2008
"Talents 10 / Zweiunddreißig Kilo", Postfuhramt Berlin

Gruppenausstellungen

2013
"Boys 'N' Girls", Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

2010
"Kritische Räume", Kulturzentrum Estaciòn Mapocho, Santiago de Chile (CL)
"6th International Festival of Visual Arts, Space Inspiracje, Szczecin (PL)

2009
"Darkside II", Fotomuseum Winterthur (CH)
"Talents 2008", Deutsche Börse Frankfurt
"Bildschön", Städtische Galerie Karlsruhe
"Indecent Exposure", Loop – Raum für aktuelle Kunst, Berlin

2008
Premio Internazionale Arte Laguna, Romanian Institute for Culture and Humanistic Research, Venedig (I)

2007
"EGO - Fotografische Positionen zum Ich", Wiesbadener Fototage, Thalhaus
Galerie, Wiesbaden
"on the move", Stuttgarter Fotosommer, Sympra, Stuttgart
London Photographic Association, Holborn Studios London, GB
"Rekonstruktion der Wahrheit", Darmstädter Tage der Fotografie,
Museum Künstlerkolonie, Darmstadt

2005
"Bewegte Bilder", Museum Alte Post Mühlheim




Aktuelle Ausstellungen
 
Ivonne Thein // incredible me
22.01.2010 - 27.02.2010



Literatur
 

Die Pose in der fotografische Serie

“ZweiunddreißigKilo” von Ivonne Thein ist ein Balance-Akt. Sie thematisiert das krankhafte Streben junger Mädchen und Frauen nach extremer Schlankheit. Hintergrund ist das stark verbreitete Phänomen der bereits Mitte der 1990er Jahre entstandenen Internetbewegung ProAna, die Magersucht (Anorexia nervosa) zu einer neuen, positiven Lebenseinstellung für junge Mädchen erhebt. Gleichzeitig stellt Ivonne Thein die Rolle der Fotografie zur Disposition. Denn bei ProAna ist dieses Medium einerseits ein beweisendes Dokument, andererseits ein bewusst inszeniertes Image. Die Fotografie nimmt eine Schlüsselrolle ein, die die extremen Körperbilder und Weiblichkeitsideale erst konstituiert - mit einem direkten Link zu den Entwicklungen im Internet. Denn das Phänomen der Pro-Ana-Websites ist ein Kind der Gegenwart, in der die Individualität durch eine totalitäre Typologie der Bilder ersetzt wird.
Auch in Bildsprache und Komposition arbeitet Ivonne Thein mit Mitteln, die Inszenierung und Oberflächlichkeit der Modewelt aufgreifen. Sie hat zudem die fotografierten Körper am Computer nachbearbeitet. Aus einem schlanken Modell wurden auf diese Weise anorektische Körperbilder. Gesichtslos und befremdlich choreografiert, oszillieren sie in einem Stadium zwischen Weiblichkeit und Morbidität. Die weibliche Figur auf den hermetischen Fotografien Ivonne Theins ist konstruiert, artifiziell- eine Puppe. Sie ist so künstlich erschaffen, wie das Bild einer idealen Körperlichkeit, die für die meisten Essgestörten zum Verhängnis wird. Erst diese Zuspitzung ermöglicht eine komplexe Auseinandersetzung mit tradierten Körperdarstellungen von Weiblichkeit. Sie konfrontiert den Betrachter darüber hinaus mit der Frage nach dem Status und der Rolle der Fotografie im digitalen Zeitalter.

Text: Heide Häusler